Presseschau Beitrag

Green New Deal

Wie weit geht der Wandel?
Kraftwerk in Soweto, Südafrika
Kraftwerk in Soweto, Südafrika Bild von carlosoliveirareis

Joachim Hirsch widmet sich in einem längeren Beitrag den grundsätzlichen Voraussetzungen eines grünen, ökologischen Umbaus der Wirtschaft. Dabei dominiert bei ihm Skepsis, denn dieser Wandel würde sich stets in einem klar begrenzten Rahmen bewegen. So werde etwa Atom- durch Solarstrom ersetzt, nicht aber das Wachstum des Energieverbrauchs generell hinterfragt. Genauso, wie ein grüner Kapitalismus weiterhin auf Rohstoffe und Absatzmärkte angewiesen ist, sich an einer auch militärisch abgestützten Außenpolitik zur Durchsetzung dieser Interessen also nichts ändern wird. Eine Parallele sieht Hirsch dabei zwischen der Arbeiterbewegung und den modernen Ökogruppen. So wie einst bessere und notwendige Mindeststandards für die Arbeiterschaft durchgesetzt wurden, sorgt die Ökologiebewegung heute für ebenso notwendige Veränderungen auf ihrem Gebiet. Allerdings wird es kaum gelingen, das Wirtschaftssystem als ganzes umzukrempeln:

Man hätte es dann mit einer Form der konservativen Modernisierung zu tun, schrittweise und nach Möglichkeit in Abstimmung mit den ökonomisch Mächtigen. Dies folgt der Erkenntnis, dass sich angesichts der Folgen des Klimawandels, des absehbaren Endes des Ölzeitalters und nicht zuletzt weil sich die Atomenergieerzeugung als höchst riskante Sackgasse mit noch kaum absehbaren langfristigen Kosten und Belastungen erweist, einiges verändern muss, damit alles beim Alten – den bestehenden ökonomischen und politischen Herrschaftsverhältnissen – bleibt. […] Ein wesentlicher Zug des neuen Kapitalismus besteht eben darin, dass die Reparatur von Umweltzerstörungen selbst zu einer profitablen Anlagesphäre gemacht wird. Statt den Aberwitz des Verpackungswesens zu beenden, erblüht die Recyclingindustrie.

Kommentare

wirklich empörend diese kapitalistische Windenergie

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/frischer_wind_fuer_brasiliens_energiesektor_1.13994680.html

 


Er gehe davon aus, dass diese künftig nach der Wasserkraft die zweitwichtigste Energiequelle in Brasilien sein werde. Tatsächlich verfügt das Land über hervorragende Windverhältnisse […]
Wenngleich das Programm wegen seiner stark subventionierten und nicht marktfähigen Tarife nicht zukunftsfähig war, so hat es doch – wenn auch zaghaft – einem spezialisierten Industriezweig den Boden bereitet. Proinfa sei ein wichtiges Signal an die Branche gewesen und habe Dynamik in den Markt gebracht, erklärt Elbia Melo, die Präsidentin des brasilianischen Branchenverbandes für Windenergie, der Associação Brasileira de Energia Eólica (Abeeólica). […]
Das Energieministerium geht davon aus, dass die Windenergie 2020 annähernd 7% des Strombedarfs Brasiliens decken wird. Optimistischer ist der Branchenverband, der sogar von 12% ausgeht, was einer Leistung von rund 20 GW entspräche. Ein Blick auf die Projekteingaben für die nächste Auktion des Energieministeriums zeigt, dass diese Prognosen nicht abwegig sind. […]
Eine starke Präsenz mit einem Marktanteil von rund einem Drittel zeigt etwa das indische Unternehmen Suzlon, das bereits 11 Windparks in Brasilien gebaut hat. […]
Den Einstieg in die Windenergie sucht auch Brasiliens Flugzeughersteller Embraer, der an verschiedenen Bauteilen für Windkraftanlagen forscht.

 

Schröckliche Entwicklungen.

Bild des Benutzers Axel Weipert

Nicht immer kommt man mit

Nicht immer kommt man mit Ironie weiter. Die konkreten Fragen sind doch u.a.: a) warum erst jetzt der Ausstieg aus der Atomkraft? b) Zu was führt eigentlich Emissionshandel? c) Ist Windkraft denn klimaneutral? d) Warum wird Energie bald anders produziert, statt sie einzusparen? Nur mal so als ein paar Denkanstöße…

zu a) In der Bundesrepublik

zu a)
In der Bundesrepublik hat der Ausstieg im Grunde früher begonnen. Seit Jahren werden keine neuen Kernkraftwerke mehr gebaut. Dagegen werden in Brasilien und Argentinien ein paar neue Kraftwerke zugestellt. Frankreich baut weiter Kernkraftwerke. China scheint sich mehr auf erneuerbare Energien zu fokussieren, insbesondere nach dem Fukuyama Schock. In vielen Bereichen von Entwicklungs- und Schwellenländern gibt es viel günstigere Bedingungen für Sonnen- und Windkraft als bei uns. Dies würde denen günstigere Energie und damit einen komparativen Vorteil für industrielle Produktion verschaffen.
Aus dem Artikel der NZZ geht hervor, dass Brasilien als Produzent von Anlagen in den Markt einsteigt. Auch China und Indien gelingt dies. Man kann hier also nicht mit Dependencia Mustern argumentieren.

zu b)
Zu was führt Emissionshandel aus deiner Sicht?

zu c)
Windkraft führt in jedem Fall zu einem geringeren CO2 Ausstoss als Kohlekraft oder die in Chile sehr verbreiteten und teuren Diesel-Generatoren. Die werden verstärkt hochgefahren, wenn sich die Stauseen leeren. Mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Stromrechnungen der Bürger.
Auch dem weiteren Ausbau der Wasserkraft sind Grenzen gesetzt. HydroAysen (try google) in einem unbewohnten Gebiet führte zu heftigen Widerstand. Eine Erweiterung des Ralco-Staudamms am Oberlauf des Bio Bio Ende der 90er wurde von dort lebenden Pewenche-Mapuches abgelehnt, aber trotzdem gebaut.
Eine weitere Senkung der Preise für Solar und Wind-Energie bietet ein gewaltiges Potential die übrigens recht hohen Energie-Kosten zu mindern, ohne immer weitere Staustufen in die ansonsten schön natürlich dahinfliessenden Anden-Abflüsse zu zementieren.

zu d) Schwellenländer verbrauchen wesentlich weniger Energie als wir und besitzen einen natürlichen Nachholbedarf.
Chile 2007: 3326 KW
Deutschland 2007: ca. 7500 KW
Für ein paar Tage mag es romantisch sein, sich bei naßkalten 2 Grad vor einem prasselnden Kamin-Feuer zu wärmen. Spätestens am fünften Tag geht es auf die Nerven. Mit der Zeit gewöhnt man sich zwar ein wenig dran, vollständig aber nie. Und da alle mit Holtz heizen bekommst du beim abendlichen Joggen nach 20 Minuten einen Husten-Anfall. Es ist nicht einmal gesund.
Im übrigen wird ein neues Stahlwerk eine Menge Strom verbrauchen. Ich halte dieses Stahlwerk für eine bessere Idee als eisenhaltiges Gestein in riesigen Container-Schiffen über den Pazifik zu schippern, ums in ein chinesisches Stahlwerk zu geben.
Energie-Einsparung wird in Deutschland ja zu einem nicht unwesentlichen Teil eben nicht durch weniger Technik sondern durch smarteren Hausbau und Nachrüstung mit Isolierung erreicht. Da fehlt in Chile noch der Massen-Markt. In 10 Jahren kann das ein Bomben-Geschäft sein. Solange steigt aber der Energie-Bedarf ganz sicher an, geschätzt um 5% jährlich bis 2030.
Familien wollen am WE mit dem eigenen Auto einen Ausflug machen. Mütter möchten ihre Kinder zu entfernt wohnenden Freunden fahren. Einkäufe am Baumarkt werden mit dem Auto zu unterhaltsamen Ausflügen, nicht zu Expeditionen mit insgesamt 4 Kollektiv-Taxis. Diese Bedürfnisse sind wirklich sehr naheliegend.

Nur so ein paar Hinweise.

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