Presseschau Beitrag

Am Rande der Weltöffentlichkeit

Entwickelt sich die Revolution im Jemen zum Stammeskonflikt?
Sit-In in Sana'a im März
Sit-In in Sana'a im März Bild von Sallam

Die schwelende Revolution im Jemen wird in der Berichterstattung von den Unruhen und Umstürzen in anderen arabischen Ländern überlagert. Ali Abdullah Saleh weigert sich, von der Macht zu lassen und somit den Weg für einen Kompromiß frei zu machen. Das Land ist bereits seit langem von zahlreichen inneren Konflikten und Widersprüchen geprägt. Die Zentralregierung hat nie die völlige Gewalt über das Territorium gehabt. Im Westen dagegen überwiegt die Angst vor Terrorismus über einem wirklichen Interesse am Schicksal Jemens.

Während Hans-Michael Ehl im Deutschlandfunk einen aktuellen Überblick zur Lage bietet, beschäftigte sich Mareike Transfeld auf dem von Regional-Fachleuten betriebenen Blog Al Sharq mit dem Konflikt zwischen dem Präsidenten und der Familie Al-Ahmar; schließlich ist Jemen ein von Stammesstrukturen geprägtes Land. Die Geschichte des brüchigen Macht-Gleichgewichts wird hier aufgerollt. Die Proteste auf der Straße richten sich dabei sowohl gegen neue als auch alte Stammes- oder Militärregierungen.

Die widersprüchlichen Fraktionen im Kampf um die Macht analysiert auch der Islamwissenschaftler Albrecht Metzger für die Plattform Qantara. Die Opposition gestaltet sich durch die Unterstützung von Stammesführern zunehmend widersprüchlicher:

Diese Militarisierung der Opposition ist nicht im Sinne der zivilgesellschaftlichen Kräfte, die einen demokratischen Wandel im Lande wollen und durch die kriegerischen Auseinandersetzungen an die Seite gedrängt werden.

Daher konzentriert sich der Protest auf die Ablehnung des Präsidenten als kleinster gemeinsamen Nenner, welcher Gefolgschaft mit Korruption erkauft hat. Dabei sei auch die Ahmar-Familie in Befürworter und Gegner des Präsidenten gespalten.

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